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Meh.

In den letzten Tagen habe ich wieder ein Ohrloch verloren. (Ich weiß nicht, wie ich es anders formulieren soll ohne dass es eklig oder bescheuert klingt.)
Inziwschen bin ich ja schlau genug zu wissen, dass ich diese Tatsache am besten einfach akzeptiere und nie wieder irgendetwas Nadeliges an meine Ohren lasse.
Sauer bin ich trotzdem. Dieser doofe Körper, so ein Spielverderber!

Der einzige Vorteil daran ist, dass ich inzwischen in einem Alter bin, in dem es mir gesellschaftlich vorgeschrieben wird, wieder so langweilig und nach Nichts auszusehen wie alle anderen. Am besten nur noch Perlenohrringe und graue Blazer, was?

Und andere Leute, die Gesicht und Ohren voll mit wunderschönem Metall haben, nur noch auf Mittelaltermärkten anschauen.

Huach.
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Februar

Ich hab hier ewig nicht reingeschrieben. Wenn ich das LJ schon ab und zu entstaube, kann ich auch hin und wieder meinen pseudo-Schreibkram abladen.

Touch my mouth
And hold my tongue
I'll never be your chosen one
I'll be home, safely tucked away
You can't tempt me if I don't see the day
[Mumford and Sons]


Collapse )
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(no subject)

Ich bräuchte einen Weihnachts-Icon. Andererseits haben wir schon wieder Halbzeit, was Vorweihnachten angeht. Meine liebste Zeit, auch schon fast wieder vorbei. Weihnachten ist seit Jahren nicht mehr wirklich schön für mich, aber die vier Wochen davor sind immer noch nicht zu verachten.

Nun, was haben wir so an Neuigkeiten?

Collapse )
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(no subject)

Zwischenstand:
Habe heute mein Literaturverzeichnis aktualisiert.
Bislang: 53 Bücher/Artikel/Quellen.
In meinem Ungelesen-Ordner befinden sich noch 30 Artikel. Noch etwa fünf auszuleihende Bücher. Mit den Primärquellen habe ich bisher kaum angefangen. Bis Donnerstag muss der Titel der Arbeit stehen.
Erzählt bloß niemandem, dass ich seit einem Jahr an diesem Ding feile.

Menschen, die in humanities ihren Doktor machen, müssen verrückt sein. VERRÜCKT!

Auf der anderen Seite:
Habe heute Apfel-Nuss-Muffins gebacken. Waren die besten von allen bisher. Da ich noch viele Äpfel habe, gilt das möglichst bald wiederholt zu werden.

Außerdem: Produktivlosigkeit lässt sich zumindest für einige Minuten mit dem Wechsel von Icons kaschieren.
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(no subject)

Das Leben an der Universität ist ein Adventure-Game mit hervorragender Auflösung und schlecht geschriebenen Dialogen - wer mir das nicht glaubt, hat wahrscheinlich nie studiert. Alles ist eigentlich ganz nett bis man versucht, den Abschluss zu machen. Was ja alle schon seit mindestens einem Jahr von mir erwarten.
Nun habe ich die ersten beiden und schwierigsten Quests hinter mich gebracht (1. Frau B.-T. dazu bringen, die Klausur von Februar 2011 zu benoten und diese Note einzutragen; 2. Herrn K. dazu bringen, die Hausarbeit von letztem Oktober zu benoten, diese Note einzutragen und die richtigen Häkchen anzuklicken, damit das Modul auf der verfickten komplizierten Noten-Management-Plattform erscheint).
Auf welcher ich meine Anmeldung zum Abschlussmodul nachreichen muss, da das vorher offensichtlich technisch nicht möglich war, weil ich so lange auf die Klausurnote warten musste (es war das Anfangsmodul, welches man erst abgeschlossen haben muss, ehe man weitermachen darf). Für diese Anmeldung brauche ich allerdings die Unterschriften der Dozentinnen, deren Kurse ich besucht habe. Dafür muss ich in deren Sprechstunde. Dafür brauche ich einen Termin, den ich bei der Sekretärin holen muss. Die allerdings bis gestern nicht im Büro war und mir erst am Donnerstag Bescheid geben kann.
Äh ja. Ich denke, man merkt, wo das hinführt.

Ich trete seit einem knappen Monat auf der Stelle und es ist extrem ätzend. Nicht, dass sie vorher so gigantisch gewesen ist, aber meine Motivation schwindet auch zunehmends.
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Das Grab eines Igelchens

Ein Gebiss so lang wie meine Fingerkuppe,
Ein gespaltenes Schädelchen,
So winzige, winzige Knochen liegen verstreut
Auf dem sandigen Boden,
Stacheln, die aussehen wie Samen von Tagetes,
Dazwischen, fast unsichtbar, einzelne Wirbel
Wie Brotkrumen.

Hab es begraben,
Hab ihm gute Nacht gewünscht
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    Snow Patrol "New York"
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EverythingAmazingNobodyHappy

Flackern

Ich brauch nicht mehr als Licht und Wind.
Niemand kann's verstehen.

Am Schreibtisch sitzen und in den Himmel schauen, in das für mich so ewige Licht,
bis es vor meinen Augen beginnt zu flimmern wie in einem alten Fernseher.
Aufblitzen zwischen den Neuronen,
Flackern, flackern -

- flackern - ewig möcht' ich dieses Wort liebkosen.

Auf dem Balkon stehen und dem Wind beim wilden Spiel in Baumkronen zuhören.
Er wirft die grünen Köpfe hin und her wie Bälle, spielt mit sich selbst, mal sanft, mal zornig.
Wirft mir das Haar durcheinander, versteckt seinen Geruch dazwischen.
„So schön, so weich“, mag er flüstern,
„Die Farbe von Nebel, den Geruch von Künstlichkeit. Köstlich.“
Dann umarmt er mich, mal zärtlich, mal ungestüm, mal wütend.

Auf der anderen Seite der Welt hat er mich erschreckt,
drückte mit dem Regen gegen mein Fenster, schaukelte mein Haus, grölte in meine zitternde Klimaanlage.
Auf der anderen Seite der Welt ist das Licht heller. Manchmal sticht es in den Augen.
Aber alles ist erleuchtet, so licht, so unerloschen.
Dort liegt alles vor mir.

Wenn sie zusammen kommen, sind das schöne Tage.
Diese unendliche Liebe für das Meer, wo sie zusammen wohnen wie beste Freunde
oder Geliebte oder Geschwister (wie kann ich das wissen?) im Herzen tragen, mich jedes Mal auf eine neue Begegnung freuen.

Mich in Momenten wiegen, in denen ich nichts anderes brauche.
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    Fußball-Rauschen
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Zwischenwelt

Mitten in der Nacht plötzlich hellwach sein (weil man schon um acht ins Bett ging).
Und alles ist so still und friedlich. Am Fenster stehen und zusehen, wie das Morgengrau ins Bild kriecht, lautlos und schillernd, zwischen Wolken und alt gewordenen Sternen.
Durch die Schnupfennase riecht es nach Weihnachten (denn da war man als Kind immer krank).
Und der Blick in den Himmel beschwört die lang vergrabene Erinnerung an das Geschichtenlied "Sternputzer Funkelfix" herauf.
Für einen kurzen Moment vergessen, dass alles so kaputt und ekelhaft ist.
Die Bäume im Hof rauschen und trösten und rauschen und lullen wieder ein.
Sich für den Bruchteil einer Sekunde fragen, wie man sich sonst definieren sollte, wenn nicht über die Vergangenheit.
Es ist egal.
Man schläft gleich wieder ein.
EverythingAmazingNobodyHappy

And this is as deep as it gets

In meinem Facebook-Account fehlen so ein paar Dinge. Das charakteristische Urlaubsfoto, auf dem man auf einem Berg in der Sonne die Arme ausbreitet oder an einem karibischen Strand im Sprung abgelichtet ist. Der Beziehungsstatus, der seit 2009 verstaubt.
Wir müssen hip und funny und crazy sein um dazuzugehören.
Crazy bedeutet Gruppenfotos mit mindestens drei Vertretern ethnischer Minderheiten, ein awesome Profilbild, auf dem man aussieht wie alle anderen und doch ganz originell.

Zuviel Gewicht auf dem Optischen. Aber zuhören wollen wir ja auch nicht.

Das Zeitalter, in dem ich aussehe wie alle anderen. Der gleiche hässlich-sandfarbene Haaransatz. Eine ganze Generation, die sich selbst verwirklicht, die ihre Träume lebt, die sich selbst mehr als andere hasst und sich mit Klingen die Arme vollgeschrieben hat. Wer sagt mir, dass ich einzigartig bin, wenn ich auf tumblr mit zwei Klicks reproduzierte, verbildlichte Gedanken weiterverlinken kann, die Aufschluss darüber geben, dass ich nicht als einzige auf der Welt beim Duschen über den Sinn des Lebens nachdenke und mich im Schwimmbad beim Abstoßen vom Beckenrand wie ein Torpedo fühle.
Ich muss einzigartig sein und etwas ebenso einzigartiges erschaffen in dieser einen Welt, die doch schon gefüllt ist mit den fantastischen Ideen und Werken von Milliarden von Menschen.

Die Dinge sind so kompliziert – und wir so gedrängt dazu, uns an unsichtbare Prinzipien zu halten. Darf ich Feminist sein und trotzdem Kleider mit Rüschen dran tragen? Hat man mich mehr lieb, wenn ich Eier von freilaufenden Hühnern kaufe?
Wieviel Realität vertrage ich – und wieviel Fiktion?

Alles, was ich weiß, ist: Ich will sprechen. Zu dir, zu euch, zu mir selbst. In den richtigen Worten, in den richtigen Sprachen.
Ich hab es satt, auf die Worte zu warten.
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I'm starting to believe it was just like this...

Leben: Mit meiner unergründlichen Macht teile ich jedem Menschen einen einzigen anderen als Seelenverwandten und Liebhaber zu. Viel Spaß damit!
Wino: Äh...sorry...? Ich glaube, meiner ist weiblich.
Leben: Ja, und?
Wino: Naja...ich steh leider nicht auf Frauen.
Leben: Seh ick aus wie 'ne Beschwerdeannahmestelle?! Hab ick irgendwann mal erwähnt, dass mich sexuelle Ausrichtung interessiert?!


Genau so muss es sich zugetragen haben.
(Und ja, in meinem Kopf ist es eine Berliner Beamtentante)